Das Leben der Anderen

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DAS LEBEN DER ANDEREN #15 – Paartherapeutin Daniela Vogeley

Daniela Vogeley öffnet die Tür und sagt “Herein”. Sie sieht ein bisschen aus wie eine Zahnärztin aus der Fernsehwerbung, die weiß, warum man diese und nicht jene Zahnbürste haben muss und vieles mehr. Ihr Lächeln schenkt Vertrauen, ihr fester Händedruck gibt einem das Gefühl, dass Probleme da sind, um sie zu lösen. Über einen hellen Flur geht es in ihr Büro. Vor ihrem Schreibtisch stehen zwei Stühle, auf dem Tisch eine getöpferte Kröte, Kekse, Gummibärchen und ein kleiner Kasten voller Taschentücher. Weiter geht's...

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DAS LEBEN DER ANDEREN #14 – Crossfitter Felix Mühlnickel

Felix Mühlnickel ist 175cm groß und wiegt 80 Kilo. Er kann 230 Kilo Kreuzheben, 90 Liegestütze am Stück, 5 Kilometer in 19,30 Minuten laufen und 2 Minuten im Handstand stehen. Felix findet, der Mensch ist dafür vorgesehen, sich zu bewegen: „Der Mensch ist Jäger und Sammler, das ist seine Natur“. Er zieht seine kleine Lederjacke aus und trinkt einen Cappuccino. Unter seinem T-Shirt wölbt sich sein Trizeps wie eine kleine transplantierte Honigmelone, als er nach der Tasse greift. Die Segel eines tätowierten Dreimasters luken unter dem Stoff hervor, darunter eine große Motte und vom Ellenbogen bis zum Handgelenk eine lange große Axt. Weiter geht's...

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DAS LEBEN DER ANDEREN #13 – Lo Graf von Blickensdorf

Winter 2007 in Berlin. Lo Blickensdorf sitzt allein in seiner 2-Zimmer-Altbauwohnung in Charlottenburg und weiß nicht weiter. Er nennt es seine persönliche Wirtschaftskrise, es ist die schwierigste Zeit in seinem Leben. Seine Frau ist ausgezogen, die Scheidung war sehr teuer, im Job bleiben jetzt schon lange die Angebote aus. Er ist damals ein ganz Anderer. In seinem Schrank hängen nur schwarze Klamotten, weil die sich am praktischsten waschen lassen, er hat kurze Haare, ist selbstverständlich links und war sogar mal Hausbesetzer. Früher. Lo hat eine Karriere als Maler und Schreiber hinter sich, war bei der Zitty, hat zahlreiche Drehbücher und für Harald Schmidt Gags geschrieben. Plötzlich ist es still. Lo ist fast 60, Single und das Telefon klingelt nicht mehr. Er sagt, hätte er das so laufen lassen, er wüsste nicht, wo das geendet hätte. Aber es kommt anders. Lo hat eine Idee. Lo wird Graf. Weiter geht's...

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Das Leben der Anderen #12 – Akrobat Darcy Grant

Darcy Grant wird mit seinem Beruf bald aufhören. Man geht nicht einfach in Rente, wenn man Akrobat ist. Das ist eine große Entscheidung. Genau so, wie man nicht einfach Akrobat werden kann, "Akrobat nennt man sich erst, wenn man sich wirklich so fühlt", sagt Darcy, "wenn man Bewegungen ausführen kann, die den Namen rechtfertigen, zum Beispiel einen einarmigen Handstand". Die russischen und chinesischen Akrobaten sind dabei Vorbilder. Darcy begann mit 13 in einem Kinderzirkus, mit 18 war der Moment gekommen, am Ende seiner Ausbildung, als er mit vielen anderen in einer Pyramide stand und Menschen durch die Luft flogen, da dachte er: "Jetzt bin ich Akrobat". Weiter geht's...

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Das Leben der Anderen #11 – Bestatter Ralph-Peter Schaaf

Sein Tag beginnt, wenn nichts dazwischen kommt, mit einem Kaffee. Ralph-Peter Schaaf spricht leise und ruhig, seine Stimme könnte auch einem Geschichtenerzähler oder Hörbuchsprecher gehören, er wählt die Worte bedacht. "Ich muss sehr viel und sehr genau zuhören" sagt Ralph-Peter Schaaf, der genau dafür auch große Ohren hat. Weiter geht's...

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Das Leben der Anderen #10 – Immobilien-Maklerin Cornelia Strauß

Man sieht ihr das Geschäft nicht an. Vielleicht gibt es gar kein klassisches Bild von einem Makler, dessen einzelne Attribute man einfach so aufmalen könnte. Aber dennoch, säße Cornelia Strauß einem in der Straßenbahn gegenüber, man würde nicht auf die Idee kommen zu sagen: "Aha! Maklerin! Alles klar." Die 45jährige trägt Jacket und Jeans, die Haare zum Zopf gebunden, sie sieht auch jünger aus als 45, hat einen festen Händedruck und ein großes Schlüsselbund. Weiter geht's...

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Das Leben der Anderen #9 – Bodyguard Ahmed Mohammed

»Haben Sie sich jemals entschuldigt?« – »Nein. Warum sollte ich das tun? Was ändert das denn?«, sagt Ahmed Mohammed. Er war früher ein Schläger, ein Troublemaker, mit einem Bein in der Unterwelt. Heute residiert er mit Blick auf die Gedächtniskirche und beschützt Menschen. Hauptberuflich. Ortstermin bei Berlins Bodyguard Nummer Eins. Weiter geht's...