Dienstag, 05.03. Metrolit Verlag - im Buchhandel

Heutzutage gibt es so viel zu sehen und zu bestaunen. Es ist eine Zeit, in der es schwierig geworden ist, eine Sache bis zum Ende anzuschauen, weil gleichzeitig 500 neue enden, starten, sich entwickeln oder Fahrt aufnehmen. 500 Dinge, die genau so interessant sind. Wir schreiben uns Listen mit Büchern, die wir lesen wollen und anderen Sachen, die wir irgendwann, irgendwie vorhaben. Wir tun das mit dem Wissen, dass wir es niemals schaffen werden.

Es ist schön, dass es so viel für jeden gibt, aber es ist auch unglaublich anstrengend. Denn wie kann man sich noch festlegen, Entscheidungen treffen und an diesen festhalten, geschweige denn langfristig Ziele verfolgen? Ein Zustand, mit dem sich unsere Generation abfinden muss und der sie unglaublich prägt. Er ist zu einem Teil von uns geworden, der sich durch alle Lebensbereiche zieht und vor allem auch unsere Interessensgebiete, unsere Kultur, beeinflusst. Von der Mode bis zu den Mofas. Alles entwickelt, moduliert, erneuert und schafft sich an und ab, schneller und schneller. Alles ist unglaublich komplex.

In diesem Gewirr erblickt in diesem Frühjahr ein neuer Verlag das Licht der Welt. Er nennt sich Metrolit und hinter diesem Namen verbirgt sich einiges. Metropole und Kosmopolit. Die Zielgruppe ist der hedonistische Stadtmensch, der Interesse an allem hat. Der sich niemals festlegen will und der doch differenziert seine Meinung äußert. Bei Metrolit erscheinen Werke für diesen schwierigen Menschen, der sich wohl fühlt inmitten der Bilderflut.

Die erste Bücherfuhre beinhaltet pünktlich zur Buchmesse einen Band über die letzten 33 1/2 Jahre des Musikkulturmagazins Spex. Die Zeitschrift, die das Gefühl der Gegenwart durch ihre ständige Formveränderung wohl am Besten wiederspiegelt. Außerdem gibt es den in Amiland hochgelobten Debütroman der texanischen Weirdo-Bloggerin Jenny Lawson (The Bloggess), eine Anleitung zum Bleistift spitzen, die Neuauflage des Popklassikers Absolute Beginners und eine Graphic Novel namens Der Tod von Adorno. Kleine Bruchstücke aus dem undurchsichtig gewordenen Dschungel der Moderne. Ohne eBook und für Augen, die vom auf den Bildschirm starren brennen. Dass hinter dieser Neugründung unter anderem FluxFM und der Aufbau Verlag stecken, verwundert da nicht mehr wirklich.

Für Metrolit können wir eine neue Liste schreiben. An diese kleben wir uns jedoch ein goldenes Erkenntnissternchen, denn wir sind sehr gespannt.

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