Mittwoch, 08.02. Nass-Sammlungen - Naturkundemuseum
Dinos finde ich jetzt nicht so toll. Die können von mir aus da hin gehen, wo der Pfeffer wächst. Ihre Skelette erst recht. Ich bin trotzdem mitgekommen ins Naturkundemuseum. Weil es dort etwas viel besseres als künstliche Knochen gibt: echtes Harry-Potter-Feeling mit echten toten Tieren! Das klingt eklig, ist es vielleicht auch, aber die Art von "Eklig!", die einem mit verrücktem Lächeln über die Lippen kommt. (Wie bei meinem ersten Mal Sushi. Und dem ersten Mal Bier vielleicht.)
Was die Faszination der jahrzehntealten Nass-Sammlungen ausmacht, sind nicht unbedingt die eingelegten Fische, Schlangen, Haie und Rochen an sich (bin ich die Einzige, die das noch stets mit Steve Irwin verbindet?), sondern die Anordnung der 276 000 mit Ethanol gefüllten Glasgefäße in hohen Regalreihen und das spärliche Licht, dass dieses bestimmte Winkelgassen-Gefühl aufkommen lässt. Aalaugen, Einhorn-Hörner, Drachenleber - alle Zutaten, die das Zauberer- und Apothekerherz begehrt.
Auch der Generaldirektor des Museums, ein weiser Mann, weiß genau, dass von seinen Nass-Sammlungen eine "emotional-ästhetische Faszination ausgeht, die den Betrachter in ihren Bann zieht." Und die Sammlungen stehen nicht einfach nur so da herum, sondern werden täglich für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Und nächtlich für magische. Bestimmt.
Museum für Naturkunde (Invalidenstr. 43) | Eintritt: 6€ / 3,50€ | Offen: Di-Fr: 9.30 -18 Uhr, Sa & So: 10.00 - 18.00 Uhr