Mit Verachtung und Mit Vergnügen: Durch die Nacht mit Landrut, Casper, Schlingensief und Friedman
Durch die Nacht mit Lena und Casper. Am Sonntag habe ich die Arte – Sendung gepostet und als Autounfall bezeichnet. Die meisten Kommentare empörten sich über die “Göre” Landrut, die nicht weiß wer Joy Division ist. Inzwischen gibt es sogar einen Zusammenschnitt ihrer Pubertätsschübe. Es stimmt, dass Lena anstrengend war und offensichtlich keine Lust hatte, aber viel schlimmer ist die gähnende Leere, die diese Sendung ausstrahlt. Da verbringen 2 Menschen einen Abend in Berlin und haben sich und mir nichts zu sagen, das irgendwie von Gehalt wäre. Stattdessen verkriechen sie sich hinter ihrer Fassade. Das Popsternchen spielt die müde Unangepasste, der raue Rapper den verständnisvollen Pädagogen. Niemand fordert, niemand will was wissen. Nicht voneinander, nicht von der Stadt. Ich habe es nicht geschafft diese Sendung überhaupt bis zum Ende zu schauen.
Stattdessen habe ich mir eine Folge “Durch die Nacht mit” aus dem Jahr 2003 angesehen. Christoph Schlingensief und Michel Friedman laufen durch Frankfurt, berühren sich und scheuen sich nicht ihre Meinung zu vertreten. Und was ich noch viel wichtiger finde, sich selbst zu vertreten.
Bei einem zweiten Essen, sie treffen auf Hannelore Elsner, dreht sich das Gespräch um Authentizität. Hannelore Elsner sagt: “Es gibt Leute die wollen authentisch sein und es gibt Leute die wollen nicht authentisch sein.” Darauf Friedman: “Dann sollen sie nicht so tun als ob sie es sind. Und sich nicht in der Öffentlichkeit so verkaufen, wie sie eben nicht sind.”
Casper und Lena sollten sich diese Sendung auch ansehen.
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