"Einladung an die Waghalsigen" von Dorothee Elmiger
Kurz gesagt: in dem Buch geht es um zwei Mädchen, Fritzi und Margarete, die in einem ehemaligen Bergbaugebiet wohnen. In den unterirdischen Kohleschächten ist ein Feuer ausgebrochen, das schon geraume Zeit vor sich hin brennt und nicht gelöscht werden kann. Über der Erde, in der Landschaft und bei den Menschen hinterlässt es seine Spuren. Die Landschaft ist karg und menschenfeindlich, die Stadt, in der die Schwestern wohnen bis auf ein paar Polizisten, die das Gebiet überwachen, verlassen. Die beiden Schwestern begeben sich auf die Suche nach dem Fluss Buenaventura der angeblich einmal durch das Bergbaugebiet verlaufen sollte.
Mit der Suche nach dem Fluss machen sich die beiden Schwestern auch auf eine Suche nach der eigenen Vergangenheit - um die herrschenden Zustände zu erklären und diese vor allem auch zu ändern. Das Ganze ist ein klassisch aufklärerisches Unterfangen: es geht um Politk und Geschichte und die Verortung in dieser Welt. Dies versuchen die Schwestern, indem sie die Landschaft erkunden, Gespräche mit den Bewohnern und Bewohnerinnen führen und in Geschichtsbüchern, Lexikas und allen möglichen weiteren Nachschlagewerken lesen.
Und so ist der Text selbst auch eine art Collage: es verbinden sich Bruchstücke von Texten z.b. von Rosa Luxemburg und aus einem montanwissentschaftlichen Lexikon mit der Sprache von Dorothee Elmiger zu einem neuen Text. Das Buch ist keine linear erzählte Geschichte, vielmehr wird versucht mit dem Text die Welt greifbar zu machen, durch das Konstruieren der Welt aus verschiedenen Quellen.
Sam Tyson
Pierre Türkowsky